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Landkreis Tirschenreuth: Kreisräte setzen weiter auf gelbe Säcke

Gelber Sack oder Gelbe Tonne - das war am Dienstag im Sitzungssaal des Landratsamts die große Frage. Aber längst nicht die einzige.

Am 08.10.2020 berichtete die Tageszeitung Der neue Tag, Ausgabe Tirschenreuth, über die Beratung zu gelben Säcken und um die Förderung von Mehrwegwindeln.

https://www.onetz.de/oberpfalz/tirschenreuth/landkreis-tirschenreuth-kreisraete-setzen-gelbe-saecke-id3108420.html

Die stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende der ÖDP Neustadt/Weiden/Tirschenreuth Angela Frank antwortete mit einem Leserbrief.

Bei Öko-Modellregion noch Bewusstseinsbildung nötig

Im Bericht über die Ausschusssitzung, in der über den gelben Sack und die Förderung wiederverwendbare Windeln diskutiert wurde, ist im letzten Absatz zu lesen: Vielleicht, so meinte Landrat Roland Grillmeier, lasse sich über die Öko-Modellregionen ein Weg zur Förderung von Mehrwegwindeln finden.

Interessant wäre zu wissen, welche innovative Idee Herr Grillmeier im Hinterkopf hatte, als er diesen Vorschlag gemacht hat. Sollten unsere heimischen Bauern über den Anbau von Biobaumwolle nachdenken? Oder geht es ihm vielleicht um eine wiederverwendbare Bio-Hanf-Windel, die im Stiftland produziert wird? Das wird im Artikel leider nicht verraten.

Eine andere Erklärung für diesen Vorschlag wäre noch, dass unsere Politiker sich mit dem Aufgabengebiet und dem Hintergrund einer Öko-Modellregion nicht allzu gut auskennen. Da wird schnell mal alles, was sich nur ein bisschen noch "öko", "bio" und "nachhaltig" anhört, in einen Topf geworfen. Mit der Weitergabe des Themas an eine "Ökostelle" ist die Sache schnell vom Tisch und die Verantwortung dazu.

Das Projekt Öko-Modellregion ist eine große Chance für unsere Region: Die staatlich ausgezeichneten Regionen sind dazu da, den heimischen Bio-Anbau und die Vermarktung regionaler Bio-Produkte zu fördern. Die Projekte sollen vor allem Gemeinden und bäuerliche Strukturen stärken, indem regionale Wertschöpfungsketten erschlossen und aufgebaut werden. Vor allem zählt die Modellregion darauf ab, Vermarktungsmöglichkeiten in der strukturschwachen Region zu etablieren und Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben und somit Anreize für die ökologische Landwirtschaft zu schaffen.

Das bietet Chancen für unsere Landwirte, Verarbeitungsbetriebe, Gastronomie und wird sich positiv auf Natur und Tourismus auswirken. Es ist aber anscheinend noch viel Information und Bewusstseinsbildung notwendig, bis dieses Projekt bei der Politik und den Menschen ankommt und befördert wird. Die Verantwortung für die Müllvermeidung durch Förderung einer Mehrweg Windeln wird allerdings beim Kreistag bleiben.

Angela Frank

Bad Neualbenreuth

Link zur bayerischen Öko-Modellregionen Webseite

Bereits 27 Öko-Modellregionen gibt es in Bayern. Ein Streifen quer durch die mittlere Oberpfalz ist bisher kaum vertreten.


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